Was YouTuber, Rappen und Data Governance gemeinsam haben? Das erfahren Sie in unserer neuen Blogserie„Data Governance – In a Nutshell“.
Data Governance in Perfektion? Fang’ doch erst mal pragmatisch an
Eine grundlegende Frage gleich zu Beginn: Warum würdest du dich als eine Bank überhaupt mit Data Governance beschäftigen? Welche Ziele würdest du dir setzen und welche Mehrwerte möchtest du erreichen?
Ja, stimmt! In erster Linie geht es um die Einhaltung aufsichtlicher und gesetzlicher Vorgaben. Auch geht es um die Werterhöhung der Daten und damit am Ende um einen wesentlichen Schritt in Richtung „Data Driven Banking“. Hierfür werden verschiedene Organisationsstrukturen und Prozesse etabliert, um die Nachvollziehbarkeit und die Qualität der Daten zu gewährleisten.
Alles klar, oder? Klar ist zumindest, dass – anders als vielfach diskutiert – Data Governance viel mehr als Metadaten- und Datenqualitätsmanagement bedeutet. Daher rappt Kai Feng in seinem YouTube-Video GOVERNORS OF DATA eben nicht nur über diesen einen Aspekt von Data Governance, sondern wirbelt mit Schlagwörtern nur so um sich.
Um diese vielfältigen Aspekte abzudecken, betrachte Data Governance als ein Rahmenwerk für den Umgang mit Daten in einem Kreditinstitut und gleichzeitig als die Grundlage für den Weg zu einer „Data Driven Bank“.
Wir unterteilen das Rahmenwerk für dich in sechs Bausteine.
- Baustein: Rollen und Verantwortlichkeiten
In diesem Teil des Rahmenwerkes werden die Zuständigkeiten für Daten und die datengetriebenen Prozesse festgelegt. Die Verantwortlichkeit für das gesamte Datenökosystem der Bank wird definiert. - Baustein: Assets
Wenn man Daten als Asset begreift, dann muss man auch ihren ökonomischen Wert definieren und bankweit einheitliche Standards für eine solche Bewertung und für die Qualität dieses Assets festlegen. Dies geschieht in diesem Bereich des Rahmenwerkes. - Baustein: Prozesse
In diesem Teilgebiet geht es in erster Linie um die Überwachung der bankinternen und -externen Prozesse zur Verarbeitung von Daten. Weiterhin beschäftigt man sich hier mit der Evidenz über das Teilen und der Nutzung von Daten, um eine Transparenz darüber zu erhalten, wer wann welche Daten nutzt. - Baustein: Architektur und Software
Hier werden die Standards der Bank für die technische Umsetzung und die zu nutzende Software festgelegt, um die Datenbewirtschaftung, die Datennutzung und die Aufgaben von Data Governance selbst mit adäquaten Technologien durchführen zu können. - Baustein: Sicherheit
Die Definition von Regeln zur Sicherstellung der Sicherheit der genutzten Daten und der damit verbundenen Festlegung von Zugriffsrechten ist der Fokus dieses Abschnitts. Außerdem werden hier die Vorgehensweisen bei Sicherheitsverstößen festgelegt. - Baustein: Compliance
Die Sicherstellung der Einhaltung von internen und externen Anforderungen und Richtlinien an das Datenmanagement und den Datenschutz obliegt diesem Baustein der Data Governance. Hier wird die Einhaltung der aufsichtlichen und gesetzlichen Vorgaben wie BDSG, BAITund BCBS239 überprüft.
Fazit
Data Governance ist komplex und lässt sich nicht nur auf Metadaten- und Datenqualitätsmanagement reduzieren. Damit du die Komplexität in den Griff bekommst, betrachte es als Rahmenwerk mit sechs unterschiedlichen Teilsegmenten. In unseren nächsten Blogbeiträgen helfen wir dir dabei, dass deine Betrachtung nicht mit oberflächlichen Aussagen stehen bleibt. Wir werden alle sechs Aspekte gemeinsam näher betrachten und tiefer legen.
Beachtest du diese Unterteilung bei deiner Einführung oder Umsetzung von Data Governance, wirst auch du am Ende mit Tiankai Fengs Worten sagen können:
“Governance is cool, yeah you got that right, in the name of data: hands up and high five!”